Qualitätsstandards zur Gestaltung von Freiflächen an Grundschulen


"Schulfreiflächen an Ganztagsgrundschulen erfordern auf Grund der höheren Verweildauer der Schülerinnen und Schüler und der intensiveren und inhaltlich erweiterten Nutzung andere Qualitätsstandards als Schulstandorte ohne Ganztagsbetrieb“.
(Auszug aus der Handreichung "Vorgaben Ganztagsgrundschulen", SenBildJugFam I D, Stand November 2003)


Der längere Aufenthalt der Kinder in der Schule und auf dem Schulgelände führt zu einem erhöhten Bedarf an:

  • bewegungsförderndem Ausgleich auf speziell hergerichteten Flächen
  • Rückzugsmöglichkeiten zur Entspannung
  • geschützten Kommunikationsräumen, insbesondere für kleine und mittelgroße Gruppen
  • Flächen für kreatives, selbstbestimmtes Spielen und Erleben (mit Naturmaterialien / den Elementen)
  • von Schülerinnen und Schülern veränderbaren Flächen
  • Flächen zum Naturerleben (im Gelände / im Schulgarten)
  • Flächen für künstlerische und handwerkliche Aktivitäten
  • geschützten Flächen bei Regen etc.


Die Freiflächen sollen folgende Kriterien erfüllen / berücksichtigen:

  • naturnahe·Gestaltung
  • Vielfältigkeit
  • Erlebnisintensität
  • Veränderbarkeit
  • Barrierefreiheit
  • Kleinteiligkeit
  • bewegungsfördernde Geländegestaltung (u. a. Lauflandschaft)
  • Differenziertheit des Geländes
  • geschlechtsspezifische Bedürfnisse
  • unterschiedliche Nutzungen durch verschiedene Altersgruppen
  • schulinterne Schwerpunkte bei der Nutzung und Gestaltung des Freigeländes
  • multifunktionale Nutzungsmöglichkeit
  • Minimum an Versiegelung / Wasserdurchlässigkeit
  • Regenwasserversickerung / -management
  • Verwendung natürliche Materialien
  • Vorhandensein beweglicher Materialien
  • standortgerechte Bepflanzung
  • Geländemodulation
  • Aktionsflächen
  • unverplante Flächen
  • Flächen für Naturerleben
  • Allwettersportfläche
  • witterungsgeschützte Räume für Aufenthalt und Aktivitäten (Sonne / Regen)
  • Lärm- und Immissionsschutz
  • Flächen für den Unterricht im Freien
  • Nutzungsmöglichkeiten durch den Kiez


Gemeinsam mit der Schule werden im Rahmen einer Geländeanalyse die Defizite der einzelnen Standorte beschrieben· und partizipativ und prozesshaft  ein Anforderungsprofil erstellt." 

 

Partizipation als Qualitätskriterium

Die möglichst frühzeitige Einbeziehung der Lehrkräfte und Erzieherinnen und Erzieher, der Schülerinnen und Schüler und der Eltern sowie des Hausmeisters in den Planungsprozess ist eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Umgestaltung.

Aus Mitteln des Sonderprogramms "Vom Schulhof zum Spielhof“ kann in Berlin bei "Grün macht Schule" ein Zuschuss für die Qualifizierung des Schulgeländes gewährt werden.

Auf der Grundlage der Wünsche der Schulen sowie der oben genannten Vorgaben erfolgen Planung und Umsetzung in der Regel durch die bezirklichen Grünflächenämter, in Abstimmung mit den Schulämtern sowie der Pädagogischen Beratungsstelle „Grün macht Schule".

Die Höhe des Zuschusses je Standort richtet sich nach:

  • dem Umfang der umzugestaltenden Fläche
  • der Qualität der vorhandenen Ausstattung
  • dem Umfang des zu beschreibenden Defizites
  • dem inhaltlichen Konzept
  • nach der Verknüpfung mit anderen Förderprogrammen."

Auf Wunsch berät und betreut die Pädagogische Beratungsstelle "Grün macht Schule" den Planungsprozess / das Projekt.