Qualitätsstandards zur Gestaltung von Freiflächen an Oberschulen


Das Schulgelände gestalten und nutzen!

Schulfreiflächen an Oberschulen mit Unterricht bis weit in den Nachmittag und Freistunden für Schülerinnen und Schüler erfordern aufgrund der höheren Verweildauer, der intensiven und inhaltlich erweiterten Nutzung andere Qualitätsstandards.

Der Aufenthalt auf dem Schulgelände ist für Jugendliche dann attraktiv, wenn ihre Bedürfnisse und Wünsche von Anfang an in die Planung·einfließen.

Partizipative Planung ist die wesentliche Voraussetzung für eine gelungene Gestaltung.


Die Freiflächen sollen folgende Kriterien erfüllen / berücksichtigen:

  • Naturnahe Gestaltung (Geländemodulation, Verwendung natürlicher Materialien, standortgerechte Bepflanzung)
  • Differenziertheit des Geländes mit hoher Erlebnisintensität
  • Barrierefreiheit
  • Veränderbarkeit und multifunktionale Nutzungsmöglichkeit
  • schulinterne Schwerpunkte bei der Nutzung und Gestaltung des Freigeländes
  • bewegungsfördernde Geländegestaltung
  • alters- und geschlechtsspezifische Bedürfnisse
  • Flächen (AIIwetterplätze) für·Bewegung, Sport und Aktionen
  • unverplante Flächen
  • witterungsgeschützte Räume für Aufenthalt, Unterricht und Aktivitäten (Sonne / Regen)
  • Rückzugsmöglichkeiten zur Entspannung
  • Kommunikationsräume, insbesondere für kleine und mittelgroße Gruppen
  • Flächen zum Naturerleben (im Gelände / im Schulgarten)
  • Flächen für künstlerische und handwerkliche Aktivitäten
  • Lärm- und Immissionsschutz
  • Regenwasserversickerung / -management


Die Gestaltung bzw. Wiederherstellung der Außenanlagen / Zerstörungsflächen bieten vielfältige Möglichkeiten der Verbesserung der Aufenthaltsqualitäten.

Der Finanzierungsbedarf je Standort richtet sich nach:

  • dem Umfang der wiederherzustellenden Flächen,
  • der Qualität der vorhandenen Ausstattung
  • dem Umfang des zu beschreibenden Defizites
  • dem inhaltlichen Konzept
  • der Verknüpfung mit anderen Förderprogrammen

Gemeinsam mit der Schule werden im Rahmen einer Geländeanalyse die Defizite der einzelnen Standorte beschrieben und - partizipativ und prozesshaft - ein Anforderungsprofil erstellt.

Auf Wunsch berät und betreut die Pädagogische Beratungsstelle "Grün macht Schule" das Projekt.


Gestaltungshinweise

Wegeverbindungen, Plätze, Flächen

Rollstuhlgerechte Hauptwege, Multifunktionale Flächen für temporäre Aktivitäten wie Theater, Tanz und Musikaufführungen, Installationen,  Ausstellungen und Feste, Liegewiesen, Rasenhügel, der Mensa angegliederte befestigte Außenbereiche (Cafeterrassen), befestigte Flächen für Ballspiele, Bolzen, Federball, Streetball u. a.


Raumbildungen
Geländemodulation, Hecken, Mäuerchen, Büsche, Rückzugsräume, Sitzgelegenheiten


Sitzmöglichkeiten
Bänke, „Lümmelbänke", Liegestühle, Sitzmauern, transportable Sitze, Hängematten, Strandkörbe, Baumstämme, Baumabschnitte, Podeste mit vielfältiger Nutzung (z.B. als Theaterplatz), große Steine (z.B. Findlinge, bearbeitete Kalksteine)
Als Werkstoff verwenden: Kunststoffe, Metalle und Beton, Holz, Steine ...


Bewegungsangebote
Klettern, Skaten, Bewegungsparcour, TT-Platten, Freiluft-Kicker, Tanzflächen, Seilgarten, Trampolin, Beachball …


Werkstatt im Freien
Vorzugsweise in der Nähe des Kunst- oder Werkraumes, mind. temporär überdacht durch Zelt, Sonnensegel, Schatten durch Bäume


Kunst
Dauerhafte Objekte aus Metall, Holz, Stein, Beton, Kunststoff sowie temporäre Kunstaktionen und Installationen


Brunnen
Trinkbrunnen, Trinkwassersäule, Springbrunnen


Schulgarten
Mit verschiedenen Biotopen (z.B. Teich, Moorflächen, Trockenstandorte), Themengärten, Streuobstwiese, Freilandlabor, Feuerstelle, Lehmbackofen, Experimentierflächen für unterrichtliche Nutzung, Kompostanlage, Gewächshaus, Klassenzimmer im Grünen

Feste Bauten
Pavillon, Regenunterstand, Gerätehaus (z.B. abschließbare Holzhütte), Bauwagen (auch U-Bahnwaggon für Geräte, Spielausleihe)